Autor: Telke Reeck

  • Vertrauen

    Vertrauen

    Die Affäre zwischen Lehrer Pietro und seiner Schülerin Teresa ist so verboten wie stürmisch. Eines Tages beschließen sie aus einer Laune heraus, sich gegenseitig ein dunkles Geheimnis anzuvertrauen, das sie noch nie jemandem offenbart haben. Seitdem ist viel Zeit vergangen, Pietro hat sich schon lange von Teresa getrennt, ist verheiratet mit Nina und als Buchautor sehr erfolgreich. Doch das Bewusstsein dessen, was Teresa weiß und vielleicht preisgeben könnte, verfolgt Pietro über die Jahre hinweg. Was, wenn
    Teresa zurückkommt?
    In seinem neuesten Film präsentiert Meisterregisseur Daniele Luchetti mit dem bravourösen Elio Germano in der Hauptrolle die Geschichte einer gefährlichen Liaison über mehrere Zeitebenen hinweg. Intelligentes Spannungskino aus inneren Konflikten und dunklen Geheimnissen. Können wir überhaupt jemandem vertrauen?

  • Die Geschichte von Frank und Nina

    Die Geschichte von Frank und Nina

    Drei junge Leute in einem Mailänder Vorort: Der geheimnisvolle Carlo alias „Gollum“ ist der Erzähler dieser Geschichte, obwohl er nicht sprechen kann und seine Gedanken am liebsten als Graffiti auf die Wände sprüht. Der scheinbar allwissende Frank dagegen redet zu viel, glaubt aber nicht an seine Existenz vor dem 18. Geburtstag. Und dann ist da die ehrgeizige Nina aus einer Roma-Familie, die studieren will, um frei zu sein. Zugleich ist sie mit ihren 16 Jahren aber schon Mutter und mit einem lokalen Gangster liiert. Dies unwahrscheinliche Trio findet zu einer Ersatzfamilie zusammen und erlebt skurrile Abenteuer, bis die Realität sie wieder einholt …
    Paola Randi entwirft das mitreißende, auch stilistisch unkonventionelle Porträt dreier jugendlicher Außenseiter, denen es mit viel Fantasie und einer Portion Verrücktheit gelingt, aus ihrem trostlosen Alltagsleben auszubrechen.

  • Hände über der Stadt

    Hände über der Stadt

    Neapel 1963. In den Jahren des Wiederaufbaus nach dem Krieg ist die Stadt ein Schachbrett für die Spiele korrupter Politik. Der Bauunternehmer Edoardo Nottola (eindrucksvoll: Rod Steiger) spekuliert mit einem Projekt zur Stadterweiterung. Bei Bauarbeiten seiner Firma stürzt in einem Armenviertel Neapels ein Wohnhaus zusammen. Die Opposition setzt im Stadtrat eine Untersuchung durch, doch deren Arbeit versandet. Nottola weiß sich Verbündete zu schaffen. Er lässt das gesamte Viertel wegen Baufälligkeit räumen und will sich sogar zum Baudezernenten wählen lassen.
    Francesco Rosis berühmter Film thematisiert in Form eines spannenden Blicks hinter die Kulissen die unheilvolle Verflechtung von ökonomischer und politischer Macht im Italien der 60er Jahre. Parallelen zu heute liegen auf der Hand. Hände über der Stadt gewann bei den Filmfestspielen Venedig 1963 den „Goldenen Löwen“

  • Anna

    Anna

    Als eines Tages Baumaschinen vor ihrer Haus- und Stallanlage unweit des Meeres an der Küste Sardiniens auftauchen, versteht Anna die Welt nicht mehr. Auf ihrem abgelegenen Stück Land, das einst ihrem verstorbenen Vater gehört hat, soll ein luxuriöser Hotelkomplex entstehen. Die junge Hirtin und Bäuerin, die sich nach einer gescheiterten Ehe in Mailand in ihre Heimat zurückgezogen hat, um mit einer kleinen Ziegenherde Käse für den lokalen Markt zu produzieren, beginnt einen schier aussichtslosen Kampf um ihre Existenz und den Schutz der Natur.
    Inspiriert von wahren Ereignissen, die sich vor 15 Jahren an der Küste Sardiniens abspielten, erzählt Marco Amenta von einer mutigen Frau, die sich gegen die Macht des Geldes wehrt. Herausragend Rose Aste in der Titelrolle, die alle Facetten von Annas Charakter mit unglaublicher Intensität verkörpert.

  • Una madre – Eine Mutter

    Una madre – Eine Mutter

    Deva sitzt immer ganz hinten im Bus, der sie nach Hause bringt – zu einem kleinen elenden Wohnwagen, in dem sie mit ihrer ausgeflippten Mutter Giovanna lebt. Ihr im Kragen der Jacke verstecktes Gesicht zeigt eine für ein junges Mädchen ihres Alters unnatürliche Härte. Mit dieser Härte führt Deva nach einer traumatischen Erfahrung ihr Leben, ohne sich einen Moment der Pause oder Entspannung zu gönnen. Dann lernt sie die 60jährige Carla kennen und fängt an, in deren Fischgeschäft zu arbeiten. Und sie trifft dort Carlas einjährigen Enkel, auf den sie gelegentlich aufpassen muss. Wider Willen fasst Deva schließlich eine Zuneigung zu dem Kleinen. Etwas beginnt sich zu ändern.
    Ein warmherziger und berührender Film im Geist des Neorealismus über eine junge Frau, die langsam zurück ins Leben findet. Die junge Aurora Giovinazzo als Deva ist eine echte Entdeckung.

  • Interviews zu einer Liebesgeschichte

    Interviews zu einer Liebesgeschichte

    Paolo und Lucia sind seit acht Jahren ein Paar. Sie sind mit Leib und Seele Schauspieler, doch die große Karriere lässt auf sich warten. Es wird immer schwieriger, Rollen zu bekommen. Und vielleicht zeigt auch ihre Beziehung erste Risse. Da beschließt Lucia, an einer beliebten TV-Reality-Show namens „Leichen im Keller“ teilzunehmen, in der Paare vor der Kamera von den Höhen und Tiefen ihrer Liebesbeziehung erzählen. Paolo macht mit. Könnte das eine Chance für einen Neuanfang sein? Die beiden ahnen nicht, worauf sie sich eingelassen haben …
    Eine Komödie mit bitteren Untertönen und zugleich eine sehr aktuelle und treffende Satire auf die Macht der in ganz Europa populären Reality-Fernsehshows, in denen ein
    Millionenpublikum nach intimen Enthüllungen giert.

  • Mit Liebe und Chansons

    Mit Liebe und Chansons

    Paris, 1963: Esther Pérez bringt ihr sechstes Kind zur Welt, den kleinen Roland. Er wird mit einer Fehlbildung am Fuß geboren. Die Ärzte sind sich sicher, dass Roland niemals richtig laufen wird. Doch Esther will nichts davon hören. Sie verspricht Roland, dass er an seinem ersten Schultag auf eigenen Beinen in die Schule gehen wird. Und Esther ist eine Mutter, die wahre Wunder vollbringen kann, selbst wenn der liebe Gott dabei eine Rolle spielen muss und ihre jüdische Großfamilie dazu verdammt ist, monatelang den heilsamen Klängen französischer Chansons zu lauschen.
    Eine schier unglaubliche, aber wahre und mit viel Humor erzählte Familiensaga über die Hingabe und Kraft, die darin liegt, sich dem Schicksal gemeinsam zu stellen. Die berührende und warmherzige Tragikomödie wurde einer der größten französischen Kassenerfolge dieses Jahres.

  • Romería

    Romería

    Marina, 18, ist nach dem frühen Tod ihrer Eltern bei der Familie ihrer Mutter in Katalonien aufgewachsen. Eines Tages reist sie nach Vigo an die spanische Atlantikküste zur
    Familie ihres Vaters, die sie nie kennengelernt hat. Marina taucht ein in eine verwirrende, schwirrende Welt voller neuer Tanten, Onkel, Cousins und Geschichten, die auf seltsame Weise von dem abweichen, was sie zu wissen glaubte. Für Marina beginnt, begleitet vom Tagebuch ihrer Mutter, eine aufwühlende Reise in das Leben ihrer Eltern und ihre eigenen Träume.
    Regisseurin Carla Simón, bekannt geworden durch Alcarras (2022 Goldener Bär der Berlinale), verlor ihre Eltern im Alter von sechs Jahren an AIDS. In Romería porträtiert sie mit großer Intensität und autobiografischen Bezügen die spanische Gesellschaft der 1980er Jahre, nach dem Ende der Franco-Diktatur. Eine Ära der Freiheit und Experimente – mit gravierenden Schattenseiten.

  • Zwei Staatsanwälte

    Zwei Staatsanwälte

    Sowjetunion1937, auf dem Höhepunkt der Stalinschen Säuberungen. Tausende von Briefen von Häftlingen, die vom Regime zu Unrecht beschuldigt wurden, werden in einer Gefängniszelle verbrannt. Ein Brief erreicht seinen Adressaten, den neu ernannten Staatsanwalt Alexander Kornev. Kornev setzt alles daran, den Gefangenen, einen ehemaligen Amtskollegen, zu treffen. Der junge Staatsanwalt vermutet ein falsches
    Spiel und begibt sich auf den gefährlichen Weg der Aufklärung, bis zum Büro des Generalstaatsanwalts in Moskau.
    Der ukrainische Regisseur Sergei Loznitsa inszeniert das bürokratische System des Stalinimus als ein von Verdächtigungen und unterschwelliger Bedrohung durchzogenes klaustrophobisches Labyrinth. Eine hochaktuelle Parabel über Gerechtigkeit und die Rolle des Einzelnen in einem totalitären Staat. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman des sowjetischen Autors Georgi Demidov.

  • Sentimental Value

    Sentimental Value

    Die unerwartete Rückkehr ihres charismatischen, aber schwierigen Vaters wirbelt das Leben der Schwestern Nora und Agnes durcheinander – und eröffnet zugleich die Chance auf einen Neuanfang. Nora traut ihren Augen kaum, als ihr Vater Gustav zur Beerdigung ihrer Mutter kommt. Schließlich hat er seine Familie vor Jahren verlassen, was Nora ihm nie verziehen hat. Umso größer ist die Überraschung, dass Gustav, der früher gefeierte Regisseur, ihr die Hauptrolle in seinem neuen Film anbietet.
    Nach Der schlimmste Mensch der Welt gelingt Joachim Trier erneut ein vielschichtiges Meisterwerk über Beziehungen und Gefühle. Erzählt mit großer Leichtigkeit und mit einer brillanten Besetzung, ist Sentimental Value ein Film, der noch lange im Kopf und im Herzen bleibt. Beim Festival von Cannes wurde Sentimental Value mit dem Großen Jurypreis ausgezeichnet und gewann beim Filmfest München den Publikumspreis.

  • Rückkehr nach Ithaka

    Rückkehr nach Ithaka

    Ohne Götter: Uberto Pasolinis Adaption der „Odyssee“ entkleidet den antiken Mythos von übernatürlichen Elementen und rückt die Menschlichkeit und psychologische Komplexität in den Vordergrund. Penelope ist in ihrem Haus gefangen, von Freiern belagert, die zum neuen König erkoren werden wollen. Als ihr Mann Odysseus nach Jahrzehnten des Krieges und der Irrfahrt heimkehrt, bleibt er im Verborgenen, seinen Untertanen und seiner Familie ein Fremder. Ein gebrochener, mit seinen inneren Dämonen ringender Mann. So wird der Film zu einem Gleichnis über die fast irreversiblen psychologischen Schäden des Krieges.
    Mit seiner Inszenierung lädt Pasolini die Zuschauer ein, die „Odyssee“ aus einer neuen Perspektive zu erleben. Die Leistung von Ralph Fiennes und Juliette Binoche in dieser
    eindringlichen Darstellung ist großes Schauspielkino.